Bulletin de la Société Française de Reproductions de Manuscrits à Peintures

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Nach dem Brand der „Biblioteca Nazionale“ in Torino 1904 wurde vielen bewusst, dass bei wertvollen Büchern, egal wie gut sie aufbewahrt werden, immer die Gefahr besteht, dass sie zerstört werden. Als Reaktion auf dieses Ereignis bildete sich 1910 die Société française de reproductions de manuscrits à peintures, eine Gesellschaft mit dem Ziel Malerei alter Handschriften photographisch zu reproduzieren.
Wunsch ist es, einen "Corpus picturarum manuscriptorum codicum" zu schaffen, sodass Wissenschaftler aus aller Welt zu diesen wichtigen Handschriften Zugang haben. Diese Maßnahmen sollten auch dem Schutz der Handschriften dienen, indem eine intensive Nutzung vermieden werden kann.
Jährlich sollte ein Bulletin herausgegeben werden, damit die Mitglieder, die das Projekt finanziell trugen, sich einen Überblick über die Aktivitäten des Vereins verschaffen konnten. Zwischen 1911 und 1938 wurden, mit einer Unterbrechung von 1914 bis 1920 wegen des Ersten Weltkrieges, insgesamt 21 Hefte publiziert. Die Universitätsbibliothek Heidelberg, die von Anfang an Mitglied der Société war, verfügt über alle Ausgaben des Bulletin de la Société française de reproductions de manuscrits à peintures und digitalisiert die Zeitschrift, die sehr selten zu finden ist, um sie einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Dieses Bulletin enthielt verschiedene Artikel über die Sammlungen, die fotografiert wurden. Meistens lag der Schwerpunkt auf den Manuskripten einer bestimmten Bibliothek, z.B. die wichtigsten Handschriften der Nationalbibliothek Frankreichs, der Wiener Hofbibliothek, der Bibliothèque publique et universitaire de Genève, des Sir John Soane’s Museum in London usw., manchmal aber auch auf einer besonderen Thematik. Die bearbeiteten Handschriften wurden immer sehr genau beschrieben, entweder in der Form eines ausführlichen Artikels, oder später dann auch öfter in einer fast tabellarischen Darstellung, die jede Seite einzeln behandelte. Die Beiträge wurden durch Bildtafeln am Ende der Zeitschrift illustriert. Diese machen einen großen Anteil des Bulletin aus, denn es werden jedes Mal zwischen 20 und 65 Bildtafeln eingebunden.

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